Mein größtes Abenteuer bisher: Bus fahren. An meinem ersten Tag ging ja noch alles gut. Zu gut! Meine Gasteltern haben mir erzählt, dass in so ländlichen Gegenden wie hier, der Bus auch gern mal zu früh kommt. Also hab ich mich gestern vorsichtshalber 10 Minuten eher an die Bushaltestelle gestellt und brav gewartet. Und gewartet. Und gewartet. ... Joa, nach 20 Minuten habe ich dann die Hoffnung aufgegeben, dass der noch kommt. Da sprach mich eine Frau von der gegenüber liegenden Haltestelle an, es könne manchmal passieren, dass die einfach nicht kommen, aber wenn ich Glück habe, käme der nächste dann vlt. etwas eher. Naja, gut. Wann kommt der nächste? Gucken: Hm, in 20 Minuten. Was solls, vlt. kommt er ja wirklich eher. NEIN, natürlich nicht. Der hat natürlich auch nochmal 5 Minuten Verspätung *arg*
Nächste Hürde für den gemeinen deutschen Busfahrer: Du stehst allein an der BUS(!)haltestelle. Du machst nichts, außer den Bus angucken. Was passiert? In Deutschland hält der Bus jetzt natürlich. In Großbritannien, was sonst, fährt er vorbei (stimmt's David?!) Also was hat man verkehrt gemacht? Obwohl du an der Haltestelle stehst und den Bus anstarrst, gib ja auf alle Fälle ein Handzeichen! Sonst denken die, du stehst da nur so zum Vergnügen rum...
Aller guten Dinge sind natürlich drei: Hast du es dann endlich mal in den Bus geschafft, musst du natürlich auch irgendwo wieder aussteigen. Aber wo? Als würde es nicht schon reichen, dass hier alle Namen auf Walisisch sind und hier eigentlich jede Ecke und jedes Haus gleich aussieht. Nein! Die Haltestellenanzeige/-ansage, die man aus deutschen Bussen und Bahnen gewohnt ist, gibt es hier nicht. Als Neuling musst du hier raten. Das ging mir gestern so. Auf der Heimreise kam mein Bus auch wieder nicht. Ich bin dann einfach in eine andere Linie eingestiegen und musste schätzen, wann ich den Stopper zu drücken habe. Das war dann eine Stelle zu spät, ich bin dann auch noch in die falsche Richtung gelaufen. Aber irgendwie habe ich es dann doch noch nach Hause geschafft.
Wie ihr seht, Busfahren ist wirklich abenteuerlich. Heute morgen war ich dann froh, dass der Bus nur 10 Minuten Verspätung hatte. Als die Haltestelle nahte, habe ich mich schonmal an die Tür gestellt. Dann ging sie auf und ich wollte schnell rausspringen, als ich merkte: Hey, der Bus fährt noch! Das sehen die also auch nicht so eng. Fahren mit offenen Türen? Egal.
Zwei Sachen gefallen mir hier am Busfahren aber besser als zu Hause. Zum einen halten hier alle strikt das Prinzip ein, erst alle raus, dann die neuen Fahrgäste rein. Hier steht also keine Omi erstmal 5 Minuten direkt vor der Tür herum und es stürmen auch keine Schulkinder ohne Rücksicht auf Verluste in den Bus rein. Zum anderen gibt es in jedem Bus so einen Behälter für alte Fahrtickets - wie umweltfreundlich.
Ich mag dann aber doch lieber die deutschen Zustände, vor allem, weil die öffentlichen Verkehrsmittel hier so ungemein teuer sind. Mein Monatsticket hat 63 Pfund gekostet!
Hier nun noch das Neuste von der Arbeit:
- Ich muss jeden Tag das Back-up-Tape des Server wechseln (jetzt noch wichtiger fühl).
- Wurde heute eingewiesen in die Buchrücknahme. Alles ohne Computer - was für eine Schreibarbeit...
- Und das Highlight heute: Ich habe ein Buch von 1554 gefunden. Bin fast umgefallen vor Aufregung *seufz*